Manchmal, nicht sehr oft, aber eben ab und zu, ist da die Sorge sehr groß, wie wir das schaffen können, unsere Kinder zu selbstbewussten, gesunden und glücklichen Menschen großzuziehen. Da draußen... was und wer ihnen da begegnen kann (wie gut, dass ich nur selten dazu komme, die Nachrichten zu lesen)... - natürlich: wenn ich auf mein eigenes Leben zurückblicke, weiß ich, dass man so manches ganz gut bewältigen kann, auch wenn das Geschehene nicht unbedingt dem entspricht, was sich Eltern für ihre Kinder wünschen oder man selbst für seinen Lebensweg erwartet hat: man schafft mehr als man sich vorstellen kann. Und manche Erfahrungen sind vielleicht auch einfach notwendig, wichtig und lassen lernen, reifen, wachsen. Ich weiß das. Und trotzdem: die Vorstellung, was alles sein könnte oder was alles passieren könnte...

Es ist nicht sehr oft, dass ich mich in diesen Gedanken verliere und mir ganz bang wird - aber wenn, dann ordentlich, sozusagen. Auslöser sind meist Kleinigkeiten, vielleicht sogar ganz Normales, das ich in den Nachrichten lese oder Themen, die unsere Große aus dem Kindergarten mitbringt. Dinge, die ich aber ganz und gar nicht normal finde und eigentlich fehlt auch die Bereitschaft, Verhaltensweisen und -vorgaben zu erfüllen, nur weil das leider so ist. Und dass es jedes Jahr schlimmer wird, wundert mich nicht, wenn kaum jemand klare Worte (und auch Taten!) findet. Es gibt aber Themen unter den Kindern, bei denen es mich verwirrt, dass sie jetzt schon wichtig sind. Mit fünf Jahren! Wie wird das noch weitergehen?

Alles hat seine Zeit und man wächst wohl auch mit den Kindern - froh bin ich, dass unsere Große so vieles erzählt, was sie erlebt, hört... und man auch mal was erklären oder Grenzen aufzeigen kann (nein, mit 5 Jahren braucht man kein Handy, auch nicht mit 6 Jahren - und nein, mein 5 Jahre altes Kind, das sogar noch eher dünn ist, ist keinesfalls "fett") - aber manchmal denke ich: früher war es vielleicht schon ein bisschen einfacher, Kinder großzuziehen: ohne Internet, Handy, Kinderkleidung im Stil und Schnitt einer Hungerhaken-Puppe, ohne seltsame Filmwesen mit ihren grausamen Geschichten und merkwürdigem Vokabular, die das zu habende Spielzeug zu diktieren scheinen und auch ohne den Druck, Kinder schon möglichst früh fremdbetreuen oder fördern zu lassen... in den Momenten, in denen ich mich frage, wie wir unsere Kinder großziehen sollen mit all diesen schwierigen Einflüssen, bin ich froh, wenn ich meinen Blick nur auf das Jetzt und dem, was wir ihnen weitergeben richte. Und ich bin dankbar, dass wir unsere Kinder nicht all zu lang fremdbetreuen lassen müssen (verpflichtendes Kindergartenjahr, Schule usw. ) - da bin ich wohl ein bisschen altmodisch ;-)

Wenn wir rausgehen und ich sehe, dass sie begeistert sind vom Löwenzahnpusten und Kränzewinden, macht mich das wirklich glücklich. Gemeinsam Kräuter sammeln oder auch nur im Sandkasten sitzen und Kuchen backen, dazwischen mal eine Runde mit dem Fahrrad drehen und ich kann nebenbei die Wäsche aufhängen - es ist ruhig. Es gibt keinen Druck, etwas schon zu können und auch keine Kommentare zur Kleidung. Und dass die Kinder miteinander gut umgehen, einander helfen, auch wenn es Streit gibt immer mal wieder, macht mir Mut. Und am Abend dann in der Wiese sitzen und Salamibrot essen, von den Kindern mit Löwenzahnsamen vollgepustet werden oder dann später noch Geschichten vorlesen im Bett: das lässt mich ruhiger werden. Vielleicht auch, weil ich lachen muss über die Lieder, die da erfunden werden zu den Salami-Löwenzahnbroten. Ja, es ist vielleicht nicht ganz einfach, das Kindergroßziehen. Aber es ist eine so kostbare, wertvolle Aufgabe, dass es vielleicht einfach ganz normal ist, wenn man sich sorgt...