Gestern war ich bei einer Podiumsdiskussion, die sich mit Pränataldiagnostik auseinandersetzte. Mit der Rolle, die mir mein Beruf gibt und auch mit jener als Mutter. Ich saß da also zwischen Ärzten und einem Vertreter einer Organisation, die Menschen mit Behinderung (welcher Form auch immer) begleitet, von Klein auf bis ins Alter. Ich hatte diesem Termin zugesagt, als ich noch nicht wusste, dass da unser kleines Wunder in meinem Bauch bereits heranwuchs. Und ich schaute mir schon im Vorfeld den Film Mein kleines Kind
an, der dort auch in seiner Kurzfassung gezeigt werden würde (weitere Infos kann man auch hier finden).
Das war nicht einfach für mich - vielleicht, weil man als Mutter diese seltsame Angst in sich trägt, dass den eigenen Kindern etwas zustoßen könnte, vor dem man sie nicht beschützen kann. Diese Ängste kommen immer wieder hoch in mir - und gerade Schwangerschaften sind aus diesem Grund nicht einfach für mich. Weil ich mir, wie vermutlich jede andere werdende Mutter auch, nichts sehnlicher wünsche, als das Kind nach ungefähr 40 Wochen gesund und wohlbehalten in meinen Armen liegen zu haben. Im Hinterkopf weiß ich aber, dass es weder Garantien dafür, noch für sonst etwas im Leben gibt. Es bleibt mir das Vertrauen und die gute Hoffnung. Der Film weckte alle diese Gefühle in mir - und doch war er tröstlich. Weil ich das Gefühl hatte, es gibt immer einen Weg - auch wenn man glaubt, in einer wirklich aussichtslosen Sackgasse festzustecken. Und irgendwie bestärkte er mich auch in meinem/unserem Denken, uns in jedem Fall für ein Kind zu entscheiden - und genau aus diesem Grund keine zusätzlichen pränatalen Untersuchungen (neben den vorgesehenen im Mutterkindpass) zu machen. Es ist unser Kind, auch wenn seine Entwicklung anders verläuft als vielleicht erhofft.
Ich war ziemlich nervös vor dem gestrigen Abend. Auch wenn ich die anderen am Podium ganz gut kenne schon und wir eine Besprechung vorher hatten, bei der wir unsere Ansichten miteinander teilten - die, wenn auch mit unterschiedlichen Argumenten, gar nicht so weit auseinander liegen. Der Film berührte sehr. Nicht nur die Mütter im Publikum. Und die anschließende Diskussion war eine wirklich gute, sehr offene und vielseitige. Und auch, wenn ich viele traurige Geschichten an jenem Abend gehört habe: ich fühle mich bereichert. Und trage noch mehr Hoffnung in mir. Nicht nur für das Kind, das in mir heranwächst. Sondern vor allem für die sogenannte Gesellschaft. Weil ich - auch wenn ich manchmal einen ganz anderen Eindruck habe - gespürt habe, dass es Menschen gibt, die sich für das Leben einsetzen, egal ob ganz am Beginn oder auch an seinem Ende. Menschen, die bei ihrer Arbeit für andere da sind, Menschen beraten, unterstützen und so Hoffnung geben. Menschen, die durch ihr eigenes Leben Beispiel geben und nicht über die schlechten Zustände jammern, sondern selbst beginnen mit einem ersten Schritt... (ein Beispiel ist hier bei Iren zu finden!) - denn das Leben ist letztlich ein großes Wunder, das man auch mit den besten Diagnosemöglichkeiten und medizinischen Forschungen nicht im Letzten kontrollieren kann. Es gibt keine Garantien. Und vielleicht ist/tut das auch gut so.















