Immer mal wieder überkommt mich eine ambivalente Phase. Einerseits ist da tief in mir drin ein Streben nach Neuem, nach kreativer Betätigung, nach Putzen und Waschen, nach Sauberkeit im ganzen Haus... und andererseits ist da eine felsbrockenähnliche Schwere, die den ganzen Drang tief in mir drin genau da lässt, wo er ist: drin.
Denn da ist der viele Schnee draußen, die Pfützen, die sich rund um die Räder des Kinderwagens bilden, sobald man sich einmal aufgerafft hat, alle Kinder warm einzupacken und doch ein bisschen Frischluft zu schnappen (bevor es in den nächsten Tagen auf die -30Grad zugehen soll...). Es gibt da meinen niemals sauberen Boden in der Küche, auch wenn ich einige Minuten zuvor alles gewischt habe. Dann sind da die vielen Staubwolken, die aus dem Dachgeschoß hinunter in unseren bewohnten Bereich quellen, wenn wieder eine Wand fällt und dann... ja... *seufz*...
Ich versuche, trotzdem diesem kleinen kreativen und lebensfrohen Drang in mir nachzugeben. Ich nähe Kleinigkeiten für die ersten Kindergeburtstagseinladungen, die mein großes Mädchen aus dem Kindergarten mit nach Hause bringt. Und ich stricke etwas ganz wundervoll Buntes aus dieser Wolle, die ich einmal von OmaLadensEnkelin geschenkt bekommen habe. Ich blättere durch kreative Bücher auf der Suche nach verwirklichbaren Projekten. Und: ich habe eine kleine Februar-Kreativ-Liste gemacht- eine, die ich auch bewältigen kann (zumindest hoffe ich das) neben all dem anderen, was der Alltag eben erfordert. Endlose to-do-Listen tun mir nicht gut, das spüre ich ganz stark. Da ist es besser, den Grundsatz zu verfolgen: weniger ist mehr. Die Februar-Kreativ-Liste ist mein erster Schritt dazu.
Ich möchte im Februar...
- meine kleine bunte Strickarbeit fertigstellen
- mit meiner großen Tochter gemeinsam etwas fertigstellen, das dann auf dem Sofa in unserer neuen Bibliothek einen Platz finden soll (und wenn das geschafft ist, zeige ich euch selbige auch einmal)
- viele Streifen und vielleicht auch Quadrate aus naturfarbenen und weinroten Stoffen zuschneiden, um dann irgendwann mal - im März vielleicht - etwas daraus zu nähen
Es sind nicht viele Dinge. Keine herausragenden kreativen Aufgabenstellungen. Ich merke, dass mein Alltag immer dichter wird. Ich spüre, dass es manchmal besser ist, einfach dazusitzen und von den Farben des Frühlings zu träumen oder dass an manchem Abend das Futtern von Popcorn bei King of Queens
Eben: weniger ist manchmal einfach mehr :)
Trotzdem gibt es Tage, an denen ich lieber mehr machen würde und mich mit dem wenig ganz schwer tue...
Ich wünsche dir viel Spaß bei allem was du dir vornimmst. Und wäre ich nicht schon stolze Besitzerin gleich 3 deiner wunderschönen Wimpel, wäre ich jetzt ganz neidisch und hätte mir eine Strategie einfallen lassen müssen, wie wir deine Tochter auch zum Geburtstag einladen könnten ;-)
AntwortenLöschenIch schicke dir ganz liebe Grüße
SelMama
Deine Februar-Liste gefällt mir sehr, nicht zu viel, aber doch ein Monatsfaden. Sehr fein ...
AntwortenLöschenAchja das kenn ich! Vormittags dränge ich nur so vor Tatendrang und nachmittags komm ich kaum aus dem Quark. Bei mir sind das die Fliesen im Flur, die irgendwie nie lange sauber sein können. King of Queens mögen wir auch total gerne! Eine wirklich schöne Februar-Liste.
AntwortenLöschenOh Maria, ich bin schon ganz gespannt auf deine Strickarbeit :)
AntwortenLöschenBitterkalt ist es jetzt hier schon - bei minus 6 Grad... und es wird immer kälter...
Liebe Grüße
Klara
Liebe Maria,
AntwortenLöschenich wünsche dir, dass deine Feburar-Projekte Wirklichkeit werden und du Spaß dran hast.
Warme Grüße aus Nordbayern ( nur -2°)
Bine
Liebe Maria, das tut mir jetzt aber wirklich gut, dass du drei Dinge eine "Liste" nennst. Habe beim Posttitel eine Riesenliste erwartet, und mir noch vor dem Lesen gedacht, "wie schafft die Maria das nur??" :-)) So lieb, die Wimpelkette. Wir hatten letztens auch die erste Geburtstagseinladung für den Großen und haben selbstgemachte Knetmasse mitgebracht. Wünsche dir von Herzen viel Spaß beim Werkeln, vor allem beim Gemeinsam-Tun mit deiner Tochter. Alles Liebe!
AntwortenLöschenKatharina
Oh, ich kenne das nur zu gut und muss mir immer wieder einmal sagen, dass es okay ist, wenn ich nicht alle meine Ideen verwirklichen kann (oder nicht gleich). Weniger ist wirklich mehr...
AntwortenLöschenGanz liebi grüäss, ich bin gespannt auf deine Februarprodukte :-)
anja
Das ist ein schöner Post. Danke dir dafür. Und alles Liebe, viel Kraft und Gelassenheit, den Moment so zu akzeptieren wie er gerade ist.
AntwortenLöschenAlles Liebe,
Maria
Ich glaube, im Winter brauchen wir das alle. Etwas Antrieb, eine kleine Liste hier und da. Im Sommer habe ich das nicht so. Da ist es egal. Da ist es schön und Urlaub und Ferien und hell. Aber das Jahr ist noch neu, man will auch machen, schaffen, motivieren, sich und überhaupt.
AntwortenLöschenFreue mich auf deine kleine bunte Strickerei.
Liebsten Gruß von der Enkelin und der Urenkelin
hallo maria,
AntwortenLöschenich liebe listen, vor allem sie "abzuarbeiten", ich freu mich dann immer wie ein kleines kind wenn wieder ein stück davon geschafft ist... bin gespannt auf deine werke :)
-30grad? Brrr... Hier hatte es heute morgen -10 grad, zapfig...
Ein hoch auf die kurzen und kleinen Listen! :)
AntwortenLöschenWünsche dir schönes kreatives Arbeiten. Wir erleben auch gerade eine Kältewelle aus Sibirien...
..ein bisschen wie Frederic nicht?;) Ich wünsche dir viele ruhige und ein paar kleine schöne, kreative Momente!
AntwortenLöschenJenMuna
ein bisschen wie Frederic nicht?;) ich wünsche dir viele ruhige Momente und ein paar schöne, kreative Momente!
AntwortenLöschenJenMuna
Liebe Maria, Deine Posts rufen immer so vielfältige Emotionen in mir hervor. Mal staune ich nur, mal nicke ich bei jedem Wort zustimmend, mal schießen mir Tränen der Rührung in die Augen, mal seufze ich mit Dir, mal...
AntwortenLöschenUnd heute...schmunzel ich so sehr, nicke zustimmend und denke "Du machst es richtig". Eine kleine Liste ist gut, überschaubar und umsetzbar. Vor allem ist Deine Liste in viele kleine Einheiten zerteilbar.
Danke für Deine stets so ehrlichen und realitätsnahen Zeilen (wer kann Realitätsnäher sein als eine Mutter mit kleinen Zwillingen, die sich gerne mal kreativ verwirklichen möchte, aber an die natürlichen Grenzen des machbaren stößt?).
Ich trotze mir momentan jede Minute des Kreativseins ab von der vielen Zeit die für Dinge drauf geht, die erledigt werden müssen so kurz vor einem Umzug mit schulpflichtigem Kind. Diese wenigen Minuten sind so kostbar!
Du machst das richtig, immer in kleinen Schritten denken (und den Küchenboden einfach als ewig dreckig akzeptieren).
Wieder hast Du wunderschön beschrieben, was mich auch mit kleinen Kindern bewegt hat. Für mich war es ein Genuss, wieder Sachen alleine machen zu können. Und erst dann wurde mir bewusst, wie selbstverständlich es ist, so was einfaches wie essen, duschen, zur Toilette gehen, für sich alleine zu machen und ohne Zeitdruck.
AntwortenLöschenKinder sind toll, man lernt so viel von und mit ihnen und trotzdem ist der Alltag, den wir überwiegend alleine mit ihnen bewältigen, anstrengend. Vor allem auch für unsere Seele, die genährt und gefühlt werden will.
Ich habe Erledigungslisten abgeschafft, sie drückten auf mein Gemüt und machten unzufrieden. Deine kleine Kreativliste hört sich gut an, da sie überschaubar ist und für die Seele. Was erledigt werden will, zeigt sich sowieso immer wieder von selbst. Mit Kindern lernt man wieder im Moment zu leben. Ordnung und Sauberkeit lockerer zu lassen, stellt für mich eine große Herausforderung dar. Aber Tage, wo zeitweilig alles drunter und drüber geht, sich keine Tages-Ordnung einstellen will, überlebt man komischer Weise doch. Irgendwie lernt man auch daraus, die Kinder werden größer und man erobert sich selbst wieder stückchenweise, weiß es zu schätzen. Dankbarkeit kann sich einstellen. Natürlich folgen andere Herausforderungen mit den Kindern. Dicht bleibt der Alltag. Wir müssen uns die Inseln selbst suchen und schaffen.
Einfach dasitzen ist Klasse, die Hände ruhen lassen. Dafür setze ich mich gerne mit einem Tee auf die Terrasse in die Sonne, wenn sie dazu einlädt.
Ich habe übrigens nach Deiner Anleitung Fäustlinge für den Baby-Sohn einer Freundin gestrickt. Sie hat sich sehr gefreut, sie passen prima.
Ich bin erst kürzlich auf Deinen Blog gekommen. Er nährt meine Seele, spricht mir aus der Seele. Danke, und möge er Dir weiterhin viel Kraft geben.
Roswitha
Liebe Maria, wie gerne lese ich immer wieder deine Posts. Man hat das Gefühl so richtig dabei zu stehen.
AntwortenLöschenManchmal ist der Tag einfach viel zu kurz, oder wir Frauen sind geneigt zuviel in den Tag hinein packen zu wollen. Manchmal in der Nacht wenn ich nicht schlafen kann, da überleg ich dann auch was mache ich morgen alles und dann kommt meist sowieso alles anders als vorgestellt, also mache ich was ich denke - es gibt ja noch mehr Tage und wenn ich dann mal einen Tag länger sitze und ihn geniese, dann soll es einfach so sein, das was Getan werden muss oder soll rennt nicht weg.
Einen ganz lieben Gruß an euch alle
Irene
Ich bin sicher, sobald der Schnee schmilzt und die Sonnenstrahlen wärmer werden, kommt die neue Energie ins Haus und bis dahin ist es ja auch ganz schön, einfach nur dazusitzen.
AntwortenLöschenLG, Micha
Oh vielen Dank! Es geht also nicht nur mir so. Ich habe zur zeit auch ganz viele Ideen und Dinge die ich machen/schaffen möchte, aber jeden Abend ist dann doch wieder nur ein Bruchteil von dem geschafft was geplant war.
AntwortenLöschenUnd die Sache mit dem Küchenboden ist hier ganz genauso.
Ich drück dir die Daumen dass du deine Liste schaffst!
Liebe Grüße
Ida
Achja, und die Steckbox hat Tochterkind auch. Ist sehr beliebt! :)
Liebe Maria, ich kenne diesen Gegensatz, dass ich immer viel machen will aber eigentlich auch nicht. Deine kleine Liste ist eine ganz ganz gute Idee, finde ich! Ja, und die Wimpelkette sieht toll aus!
AntwortenLöschenLG Steffi
Das kann ich wiedermal nur unterschreiben ;) Endlose To Do Listen lasten auf meinen Schultern wie Bleigewichter.
AntwortenLöschenIch wünsche dir viel Erfolg beim umsetzen deiner Liste und beobachte das sehr sehr gerne!
Liebe Grüße nima
Liebe Maria,
AntwortenLöschendanke für den schönen Post.Ich kenne diese Schwere nur zu gut. Dabei sind meine Kinder aus dem Haus und ich kann tuen was und wann ich es will. Doch auch da gibt es eine Schwere....dieses Alleinsein und noch nicht ganz akzeptieren können ,dass die Kinder wirklich flügge sind und nichts mehr so ist , wie es war....damit muss ich noch fertig werden. Doch es ist schön, deine Posts zu lesen und dann dankbar zurück zu blicken auf die Zeit der kleinen Kinder:-)
Deine To Do Liste find ich toll, wobei ja die ganze tägliche Arbeit auch noch da ist und erledigt werden will....ich wünsche dir viel Freude bei allen Vorhaben (ich habe auch große Freude bei meinen momentanen Tun für Dich ;-) )
Ganz liebe Grüße von Josie, die sich mit ihren minus 12 Grad heute morgen fast wie im Frühling vorkommt,wenn ich deine minus 30 lese, brrrr. Zieh dich schön warm an.
Sei bloß nicht zu streng mit dir. Mit drei kleinen Kindern kann es einfach nicht immer blitzsauber und ordentlich sein. Da bin ich zwar im Prinzip auch für, aber es ist letzten Endes wichtiger, sich mit den Kindern zu beschäftigen. Deine Liste klingt gut und sehr realistisch. Das schaffst du bestimmt.
AntwortenLöschenLG, Ingrid
Habt so vielen Dank für eure lieben Kommentare - sie sind Balsam für meine Seele :)
AntwortenLöschen@minomi: ich freu mich ganz ehrlich über deine Worte. Und das mit dem Küchenboden dürfte wohl die einzige Möglichkeit sein, um sich nicht ständig zu grämen...
@Roswitha: wie sehr ich mich über deine Worte freue. Danke!
@avlivet: die steckbox ist bei uns ziemlich umkämpft. sogar von der 4einhalbjährigen...
@josie: das denk ich mir ganz oft: wie das wohl einmal ist, wenn ich nicht mehr so "gebraucht" werde? das wird mir sicher auch schwer fallen dann. irgendwie tut das "gebrauchtwerden" bei aller anstrengung auch gut... ich freu mich schon auf unseren tausch (meiner ist noch nicht so ganz ausgereift, aber langsam kommt mir eine idee!!)
Der Große ist da (zum Glück) schon zu alt für. Allerdings dient die Box dem Tochterkind als Versteck für die tollsten Schätze: Walnüsse vom Sofatisch, Playmobilfiguren vom großen Bruder und wenn man mal partout den Schlüssel nicht findet lohnt sich auch ein Blick da hinein. :)
AntwortenLöschenGerade beim Küchenboden wischen musste ich übrigens wieder an dich und diesen Post hier denken. :)
diese zwei verschiedenen gefühle kenne ich auch nur zu gut. ich finde es schön, dass du dir einfach einen mittelweg suchst und dir kleine, aber wohl ausgesuchte projekte vornimmst!
AntwortenLöschenlinnea
Ich liebe deine Februarliste. Meine (imaginäre) ist leider schon wieder völlig unrealistisch und dadurch bin ich irgendwie ständig rastlos und latent unzufrieden, weil ich immer das Gefühl habe nicht alles zu schaffen. Und die Abende ohne Kind sind sooo kurz und die Zeit mit Kind ist auch zu kurz und ach, etwas mehr Zeit für deinen Blog würde mir schon unglaublich gut tun merke ich gerade. Da hab ich wirklich das Gefühl auch etwas für mich zu tun, so wie einmal tief durchatmen ist das hier bei dir sein. Echt!
AntwortenLöschenLG Gesche