Montag, 16. Jänner 2012

was gut tut: einfach da sitzen

Es gibt Abende, an denen ich einfach nur ... da sitze. Ich schaue ins Licht, lasse meine Gedanken wandern, lausche dem Atem meiner schlafenden Kinder, den ich durch die geöffneten Zimmertüren erahnen kann... und bin müde. Aber es ist eine Art wohltuende Müdigkeit. Eine, von der Astrid Lindgren vielleicht gesprochen hat, als sie in Steine auf dem Küchenbord schrieb: "Und dann muss man ja auch noch Zeit haben,einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen..."


Ich merke, wie sehr ich das brauche. Einfach da sitzen. Keine Nadeln in den Händen und auch kein Buch, den Computer nicht vor mir und auch keine Telefon in meiner Nähe. Nichts. Nur da sitzen. Die Stille genießen, die Augen vielleicht schließen ab und an. Durchatmen. Denken. Oder auch nicht. Ich mag das Licht, das durch den geflochtenen Lampenschirm blitzt. Ich freue mich darauf, Knöpfe anzunähen an der einen Hälfte meiner aktuellen Strickarbeit - bei Zwillingen ist es mit nur einem Strickstück ja nicht getan ;) - aber eben nicht jetzt. Ich weiß, dass neben mir ein Korb voller Wäsche zum Zusammenlegen wartet. Ich weiß, dass ich dringendst einige dienstliche mails schreiben sollte. Und doch fühle ich: Es ist Zeit, einfach mal dazusitzen und herum zu schauen. 

Wenn im Alltag wenig Platz bleibt für das Innehalten, Schauen und Sitzen - dann brauche ich die Abende umso mehr. Ich bin müde, aber noch nicht ausgelaugt. Viele Gedanken mache ich mir. So vieles scheint gerade Bewegung zu finden, von dem ich nicht mehr gedacht hätte, dass es jemals in Gang kommen würde (und damit meine ich nicht nur die Fortschritte beim Renovieren, obwohl auch diese beachtlich sind...) - es sind intensive Zeiten gerade. Wichtige. Gute. Nicht immer einfach. Und doch schön. Ich bin dankbar für die Abende, an denen ich an all das denken kann. Ich sitze einfach da und schaue vor mich hin.... wie gut das tut!


26 Kommentare:

  1. Du beschreibst es mal wieder perfekt. Auch ich brauche und genieße das sehr, einfach nur dazusitzen. Ich mache das sehr oft, weil ich es einfach brauche, sogar an der Arbeit. Und wenn es nur Sekunden sind, in denen ich einfach nur vor mich hin starre......manchmal schaffe ich es sogar, nicht mal mehr zu denken. Ich finde das sehr wichtig, einfach abschalten......
    LG Katrin

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  2. na das Muster kenn ich doch...... und was für eine schöne Farbe du gewählt hast!........ Da weiß ich ja wenn ich fragen kann, wie man an die Shalom die Ärmel anstrickt........:)
    Das mit dem sitzen und Energietanken kenn ich. Wir renovieren seit 4 Jahren immer mal wieder an unserem Haus herum und nach einem Rechtsstreit intensiv das ganze letzte Jahr. Es ist nicht immer einfach und es gib immer wieder Dinge die einem im Weg stehen um endlich ans Ziel zu gelangen. Aber wir halten durch und werden mit jeder Hürde eine Erfahrung reicher.
    Wünsch dir noch einen gemütlichen Abend
    *Marie*

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  3. Ohja einfach da sitzen dürfen und einfach sein können - das ist einfach schön ;)

    Du hast wie immer die perfekten Worte gefunden ♥

    Liebe Grüße nima

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  4. Das stimmt wohl, einfach dasitzen das kann so wohltuend und erfrischend sein. Früher konnte ich das nie, ich musste immer in Bewegung sein. Jetzt kann ich das sehr gut und genieße das auch oft ganz bewusst: einfach mal dasitzen und den Gedanken nachhängen.
    Lieben Gruß und schönes "einfach dasitzen" :-)
    Sabine

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  5. Das tat gut zu lesen! Das mache ich jetzt auch, also nichts! Danke!

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  6. Liebe Maria,
    ich sitze auch gerne da und denke nach. Allerdings gribbelt es dann oft ganz schnell in den Fingern und ich muss mindestens irgendwelche Ideen ins Heftchen notieren. Zur Zeit sitze ich viel im Wohnzimmer, das ich ja gerade etwas umgestalte. Und dann rattert mein Hirn. Das macht mich manchmal sogar richtig unruhig.
    Ganz liebe Grüße
    Melanie

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  7. dasitzen und denken, schön wenn man sich diese zeit mal nehmen kann. und das ist auch wichtig... ich glaube der Körper braucht das einfach, wie du schon schreibst, ohne nadeln in den Händen, ohne pc und ohne buch. einfach NICHTS. Diese Zeit sollte man sich bewusst viel öfter nehmen. ich freue mich schon so auf unseren Holzofen. Ich stell mir das schön vor, im Schaukelstuhl vor dem Ofen und einfach nur ins Feuer zu gucken. Sonst nichts. (Naja, vielleicht noch ein bisschen zu schaukeln... )
    wünsche dir nen schönen Abend!

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  8. ich schließe mich Kirschnezeit an;) ..da wäre eigentlich noch ein riesen Berg Wäsche..eigentlich und dank deiner Worte, bleibt es auch bei eigentlich;)Mensch ein kleiner Shalom im Doppelpack, ich bin so gespannt!!
    alles liebe und viel Kraft und Energie für alles Neue und die Veränderungen!

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  9. Das ist definitiv etwas, was ich noch lernen muss, denn das kann ich irgendwie so gar nicht, obwohl es bei dir so gut tu-end klingt ...

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  10. Da-Sitzen. Za-Zen.

    (Und Loriot ...)

    War in den USA zB heute nicht sogar der "Tag des Nichts (Day of Nothing)"?

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  11. hihi einfach da sitzen, das schaffe ich fast nie. sollte ich aber lernen, ich weiß! ohhh gleich zwei so schöne shaloms! und schon 50% geschafft? da muss ich mich natürlich fragen, wie oft du einfach nur da sitzt! ;-)))
    danke auch für den buchtipp von astrid lindgren, das hört sich fein an!
    alles liebe aus wien - wo es nun auch ein wenig schneit! freude!! selina

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  12. Ja - ein wunderschöner Post. Mir ist es in meinen wenigen Urlaubstagen alleine in meinem Häuschen auch so ergangen - einfach NICHTS. Nur ins Feuer schauen und den Gedanken freien lauf lassen. Die Macht des Feuers auf einen wirken lassen.
    Ich wünsche Dir für das was gerade ist und kommt viel Energie. Die Energie, die vielleicht durch das entspannen und Nichts-Tun wieder aufgeladen wird.
    Schade ich habe gestern zu spät den Bericht über Astrid-Lindgren im Fernsehen gesehen. Ich finde die Frau einfach klasse. Das Buch, welches Du nennst, kenne ich noch gar nicht!
    Liebe Grüße Tinki

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  13. Was für wohltuende Zeilen, da stimme ich dir ganz zu: die Seele und Geist einfach baumeln zu lassen, das tut einfach total gut.

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  14. Was für ein toller Post. Ja manchmal braucht man das einfach nur da sitzen und die Stille genießen. eine Erholung für Körper und Geist.
    LG Anja

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  15. Ich ergänze mal ein bisschen:
    Da-Sitzen mit einer Tasse Tee ist auch sehr schön.
    Die Tasse so lange in den Händen halten, bis die Temperatur genau richtig ist. Und dann den besten Tee schlürfend genießen.
    (Oder ist das schon zu viel "TUN"?)

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  16. STILLE ist der wichtigste Raum in uns. Die RUHE die dann entsteht ist sehr sehr wertvol und gibt neue Kraft.
    Sehr schön geschrieben.
    Liebe Grüße
    Rita

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  17. Das machst du ganz wunderbar. Einfach den Moment geniessen. Auch ich mag die Ruhe und das in-sich-gehen.

    Liebe Grüsse
    Brigitte

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  18. Das mag ich auch gerne, einfach sitzen und schaun, oder einfach am Fenster sitzen aufpassen wie es regnet, wie es schneit, die Vögel beobachten und....und....

    Geniese diese Momenente.

    Gaaaanz lieben Gruß Irene

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  19. uppppps Schreibfehler *grins*...zu spät..

    oder zu früh durch die Leitung geschickt

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  20. Seufz. Ich sitze und schaue mit dir.

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  21. Das kann ich sehr gut verstehen. Einfach einmal dasitzen, das Sein geniessen und das Nichtstun. So kann sich alles setzen und neues entsteht für die "Tun-Phasen". Alles Liebe Karin

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  22. Das tut bestimmt gut! Sollte ich auch einmal probieren. Ich schnapp mir bei solchen Gelegenheiten irgendwie immer ein Magazin oder ein Buch oder surfe am Computer herum. Ein bisschen Zeit NUR mit mir selbst täte mir sicher oft gut. Alles Liebe!

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  23. Im "Einfach dasitzen" versuche ich mich momentan auch öfter zu üben... muss mich richtig dran gewöhnen...
    P.S.: Ich bin ein großer Fan der "regionalen Nudeln" :-); toll, welche davon auf Vorrat zu haben :-)
    LG Steffi

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  24. Liebe Maria,
    ich habe diese ganz ruhigen Momente oft im Stall,wenn ich den Pferden zuhöre, wie sie ihr Heu zermalmen.Dabei kraule ich eine der Katzen, oder Beide ;-),oder den Hund und kann dann einfach sein.
    Ganz ohne Tiere will mir diese Ruhe noch nicht gelingen,doch ich weiß, wovon du schreibst und wie wichtig solche Momente sind.
    Sei ganz lieb gegrüßt von Josie.

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  25. liebe Maria,

    einfach mit eine gutem Gefühl dasitzen, das gestehe ich mir jetzt erst zu. Ein langer Weg, aber endlich scheint es besser zu werden.
    Danke für diese Ermutigung
    ich bewundere deine Struktur, dein dranbleiben, dein immer wieder hervorkitzeln, von dem was gut und richtig für das Familienleben ist
    Sanne

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  26. Es ist sehr, sehr wichtig, aus dem Hamsterrad des 'Dies-und-das-noch tun-Müssens' auszusteigen und innezuhalten. Um so besser geht es nachher, den Alltag zu bewältigen.
    LG, Ingrid

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