Dienstag, 07. Februar 2012

was gut tut: mit allen sinnen


Eigentlich habe ich viel zu tun. Ich sollte vor allem am Vormittag, wenn das große Mädchen im Kindergarten ist, die Zeit mehr nutzen. Die Bettwäsche wechseln, emsig in der Küche werkeln, den Staubsauger aktivieren, wenigstens eine Kleinigkeit von meinen kreativen kleinen Projekten in Angriff nehmen oder zumindest etwas lesen.

Nun. Statt all diese Dinge zu erledigten sitze ich am Fenster und schaue hinaus in die Winterlandschaft.  Ich könnte nicht behaupten, währenddessen irgendwelche Pläne zu schmieden oder meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Das einzige, was ich mache, ist: schauen. Ich höre den ruhigen Atem meiner schlafenden Kinder, fühle die Kälte so nahe am Fenster und rieche die Seife für das Waschpulver, das da eigentlich auch gerade jetzt gemacht werden könnte, in der leicht geöffneten Schachtel am Küchentisch. Ich schmecke noch immer den Honig, den ich gerade eben auf meinem Frühstücksbrot gegessen habe. Mit allen Sinnen sitze ich einfach da.


Irgendwann ist dann ein leises Brabbeln von einem meiner Mädchen zu hören, ein unmutiges Schimpfen vom anderen und... ich löse mich vom Fenster. Der Alltag geht weiter. Ich schaue zu meinen Kindern und singe ihnen das Lied vom kleinen Apfel vor während ich einen solchen aufschneide, ich höre das Telefon läuten, vereinbare einen Termin und fühle den Stift in meiner Hand, um alles zu notieren. Ich fühle auch den Staubsauger, als ich meinen Zeh an ihm anstoße (und eigentlich sehe ich jetzt erst, wie viele Brösel hier überall am Boden liegen...). Ich rieche, dass eine frische Windel gefragt ist und schmecke das Stückchen Schokolade in meinem Mund. Mit allen Sinnen bin ich jetzt im Alltag angelangt... und bin dankbar für meine kleine Pause am Fenster vorhin. Sie hat mir gut getan. Ein kleines bisschen Lust auf's Putzen kommt jetzt hoch - zu schade, dass das nicht so einfach machbar ist, wenn die kleinen Damen wach sind ...  und so werde ich wohl doch auf meine Stricksachen zurückgreifen.... und eben diese mit allen Sinnen genießen ;)

23 Kommentare:

  1. Mit allen Sinnen den Tag genießen... eine Indianerweißheit, die besagt, daß man das was man tut wirklich tun soll... Wenn man ißt soll man essen, wenn man den Blick aus dem Fenster genießt, möge man dies tun... Ja mit allen Sinnen ist wirklich schön, den Geruch, den Geschmack und die Farben, Geräusche ... einfach mal einwirken lassen!
    Liebe Grüße Tinki
    PS: Hab auch mal eine Sonntagsfreude - leider erst am Montag erstellt : )

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  2. liebe Maria so schön wie du uns das erzählst, da kann ich gleich mitträumen und den Blick aus dem Fenster geniessen, mach es nur so weiter, du spürst ja dass es dir gut tut. Es soll dir gut gehen ist schon lange mein Sätzchen dass ich mir gerne verinnerliche. lg ilse auch aus einem verschneiten Wien.

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  3. Liebe Maria,
    ich wünsche Dir ganz viel Spaß bei Deiner Strickarbeit :)
    Ich lese soooooo gerne bei Dir und freue mich immer riesig, über einen neuen Post von Dir. Immer wieder fällt mir Dein kleines Häkelherzchen vom Pfefferminzbeutel in die Hände und ich denke an Dich !
    Sei ganz lieb gegrüßt aus der Ferne
    Herzlich
    nicole

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  4. Jetzt weiss ich woher das Wort SINNVOLL kommt. Mit allen Sinnen eben. Ich wünsche dir einen sinnvollen Tag!
    LG, lealu

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  5. Ganz wundervoll. Man nennt es auch "Achtsamkeit"... achtsam sein, in genau diesem Moment .
    GGlG Katrin
    P.S. Habe dein Waschpulver übrigens auch zu meinem Waschpulver gemacht und es ist wunderbar......

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  6. Wunderbarer Post! Ich sende dir einen herzlichen Gruss aus der eisigen Schweiz. Pia

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  7. Ja, man tut es viel zu selten. Danke für die Erinnerung!
    Liebe Grüße Kerstin

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  8. Auch schwarze Schafe geben Milch und wolle für warme Kleidung Jahr für Jahr. Wollte dich mit diesen Gedanken einwenig ablenken ;-) und ich wünsche Dir einen Löffel voll vom großem Glück

    Herzliche Freundschaftsgrüße sendet Monika

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  9. Du schreibst so wunderbar gut & herzerfrischend! Danke dafür.

    GLG Elena

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  10. Das war genau richtig gemacht bei dem Ausblick.
    LG
    Magdalena

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  11. Liebe Maria, das hast du heute richtig gemacht.
    Die Arbeit reißt nich aus und es nimmt sie dir auch niemand weg. *g*

    Lieben Gruß Irene

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  12. Ach, das hört sich schön an! Könnte auch den halben Tag am Fenster stehen und den tanzenden Schneeflocken zusehen, die Stille genießen und einfach nichts tun und nichts denken!

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  13. Herzlichen Dank für deine nette und liebenswerte Aufmerksamkeit und Kommentar zu Facebook und so möchte ich noch einen lieben Gruß hier lassen und du kannst auch gerne mal wieder vorbeischauen. Es würde mich sehr freuen, und vom Wetter schreibe ich nichts, denn das spricht für sich.

    LIEBE GRÜßE VON HERZEN ♥

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  14. Achtsamkeit schenkt uns viele wunderbare Momente und deine sind so schön, dass ich, obwohl ich hier am Rechner sitze, gerade ein bisschen bei dir in den Bergen mit am Fenster stand.
    Vielen Dank für diese schönen Momente.
    ♥liche Grüße
    Bine

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  15. Solche Momente die man nur genießt sind herrlich - ich habe es die Tage ähnlich gemacht und ab morgen gehts dann wieder anders rum :)

    LG Klara

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  16. bei diesem Ausblick würde mir das vermutlich ständig passieren und ich wäre ische unendlich glücklich und dankbar dafür;) genieße es!
    alles liebe
    JenMuna

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  17. Hier EEEEEENDLICH auch so eine Aussicht! Wie gut, dass du dir die Zeit nimmst, Momente so bewusst wahrzunehmen. Ich habe das Gefühl, so kann man manchmal ein wenig die Zeit anhalten... Alles Liebe, Katharina

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  18. Liebe Maria,
    bei mir kommen solche Phasen der intensiveren Wahrnehmung vor allem in den Jahreszeitenwechseln, z.B. im Frühling, wenn die Luft so frisch riecht und die ersten Gänseblümchen aus der Erde sprießen. Wenn die Bäume Knospen tragen und die Sonne immer stärker wird... Deshalb ist dieser schöne Post von dir wie eine Frühlingsvorfreude für mich. Danke für diese kleine Freude! :-)
    Teresa

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  19. Ach ja, einfach aus dem Fenster schauen... Die Gedanken brauchen doch auch mal eine Pause. Eigentlich ist es irre, dass man sooo viel schaffen möchte wenn die Kinder schlafen. Dabei läuft doch (fast) nichts wichtiges davon. Und Zeit für Hausatbeit bleibt immer, zumindest für das nötigste.
    Wieviel intensiver ist doch das Leben wenn man so richtig bewusst fühlt was man tut!

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  20. Ja Achtsamkeit ist so verdammt wichtig - weil man sonst viel zu viel verpasst!

    Danke für deinen Post ♥

    Liebe Grüße nima

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  21. ach könntest du nur ein paar dieser Schneeflöckchen Richtung Köln pusten...
    Aber meine Sinne lieben auch die schneefreie, klirrende Kälte da draußen und die Wärme hier drinnen. Danke, für's "wieder mehr Wahrnehmen"!

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  22. Ich denke, so lange man Kinder im Haus hat, ist immer viel zu tun. Und wenn man erst dann an sich denkt, wenn alles getan ist, wird man nie Zeit für sich selbst haben. Die aber braucht man dringend zur Regeneration. Und deshalb finde ich es ganz toll und richtig, dass du dir die Zeit nimmst, auch und gerade, wenn es nur das Gucken ins Schneegestöber ist.
    LG, April

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  23. Maria, danke fürs Pusten, heute sind die Schneeflocken bei uns angekommen! :-) Soooo schön!

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